Johannes Müller

Johannes Müller, geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt, lebt und arbeitet heute als Künstler in Plauen. Schon während seines Studiums Textilkunst/Textildesign an der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg entwickelte der Künstler die ersten Elemente seiner heutigen Bildsprache. Deren Ursprung lässt sich in der textilen Flächengestaltung verorten, durch Anwendung von Variationen und Drehungen entstehen immer neue Motive.

Doch Johannes Müller ließ es nicht auf diesem Prinzip beruhen. Experimente mit unterschiedlichen Materialien zum Auftragen der Farbe, eine Ausdifferenzierung seiner genutzten Formen sowie der Spagat zwischen dem Figürlichen und Abstrakten führten zu immer klareren Entwicklungsstufen seiner Bildmotive und prägen bis heute seine Arbeiten.  

​Die in der Ausstellung APERITIF vorhanden Arbeiten, spiegeln diese Experimentierfreude wider und lassen die zugrundeliegende Evolution seiner bildsprachlichen Mittel nachvollziehen. Trotz aller Vielfalt verschleiert sich nie der Bezugspunkt von Johannes Müllers Werken, was für eine wesentliche Qualität seiner Bildsprache steht.

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Johannes Müller

Triptychon, 2021

Radierung

je 40,0 x 60,0 cm

inklusive professioneller Rahmung

570 €

verfügbar

Triptychon besteht aus drei Radierungen, welche in der Ausstellung APERITIF erstmalig in dieser Konstellation als vereintes Objekt präsentiert werden. Jedes Werk für sich markiert einen Schritt in der Entwicklung des Künstlers.

Flipper aus dem Jahr 2016 folgt dem Grundansatz, technische Formen zu abstrahieren. Dazu nutzt der Künstler eine harte Mimik, welche durch kurze, impulsive und ausdrucksstarke Striche ein rätselhaftes Gebilde erzeugt. In Schema für Entsperrung (2017) arbeitet Johannes Müller zusätzlich figürliche Elemente aus der bestehenden Form heraus. Die Grenze zwischen Abstraktion und Figürlichen verschwindet langsam. In Anzeige (Druckmessgerät) aus dem Jahre 2018  gipfelt diese Entgrenzung in der figürlichen Darstellung eines konkreten Gegenstandes, basierend auf der Bildsprache seiner scharfen Mimik, welche bisher der Abstraktion vorbehalten war.

In meinen Zeichnungen befasse ich mich u.a. mit der Frage, ob eine abstrakte Formensprache mit Gegenständlichkeit in einem Bild vereinbar ist.
Es ist der Versuch Harmonie zwischen Herz und Verstand einzufangen und zu verbildlichen.

Johannes Müller

Meilensteine

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Johannes Müller

o.T., 2016

Blei- und Buntstift auf Papier

21,0 x 29,7 cm

inklusive professioneller Rahmung, Rückseite des Blattes ist bedruckt / schimmert etwas durch

260 €

verfügbar

Diese Zeichnung von 2016 zeigt einen wesentlichen Entwicklungsschritt in der Bildsprache von Johannes Müller. Die damals entworfenen Formen ziehen sich durch das gesamte Werk des Künstlers.
​Er experimentierte im Wesentlichen mit zwei Techniken, um allgegenwärtige technische Formen zu abstrahieren. Auf der einen Seite nutzte er Stempel, um sanfte Schwünge zu erzeugen, eine Art weiche Geste. Auf der anderen Seite entstanden Zeichnungen basierend auf einer scharfen Mimik.
Letzte Kategorie, zu der auch die hier gezeigte Zeichnung gehört, charakterisiert sich durch kurze, impulsive und ausdrucksstarke Striche, welche in ihrer Summe ein rätselhaftes Objekt auf dem Malgrund erzeugen.

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Johannes Müller

Doktor Doktor, 2016

Monotypie, Acryl, Objektrahmen

15,0 x 11,0 cm

350 €

verfügbar

Dieses Objekt, bestehend aus einem Objektrahmen mit Plexiglasscheibe und einer Monotypie, markiert einen wichtigen Meilenstein im Gesamtwerk von Johannes Müller. 
​In diesem Werk vereinen sich zwei Charakteristiken aus dem Gestaltungskanon des Künstlers auf eine besondere Art und Weise. Grundlage ist der Ansatz allgegenwärtige, technische Formen zu abstrahieren. Die Vereinigung der weichen Geste und der harten Mimik findet hier nicht auf einem Malgrund statt, sondern im Raum überlagernd. Dies wird möglich, indem Johannes Müller den Teil der impulsiven Äußerung auf der Plexiglasscheibe eingeritzt hat und im Rahmen sich eine Monotypie mit sanften Schwüngen befindet.
​Ein interessanter Aspekt, welcher in der weiteren Entwicklung der Bildsprache von Johannes Müller eine wesentliche Rolle spielen wird, deutet sich hier schon an: figürliche Elemente betten sich in die sonst abstrakten Motive ein.

Evolution

Johannes Müller

Reichweite, 2020

Silberstift, Buntstift, Gesso auf Leinwand

80,0 x 120,0 cm

1800 €

verfügbar

Reichweite gehört in die Werkgruppe Zwischenwelten, in der sich Bilder von Johannes Müller gruppieren, welche das Wagnis des Spagats zwischen figürlichen und abstrakten bzw. dem Absoluten suchen und diese Haltungen vermischen. 
Das Bild Reichweite steht exemplarisch für eine Besänftigung der sonst kühl wirkenden technischen Formen. Figürliches bzw. vom Charakter her direkt identifizierbare Objekte fügen sich als wesentliche Bildelemente ein.

Johannes Müller

_al_mond, 2020

Materialdruck auf Baumwollgewebe, überzeichnet

88,0 x 114,0 cm

700 €

verfügbar

Im Rahmen der Entwicklung seiner Bildsprache ging Johannes Müller verschiedene Wege. Er probierte aus, verwarf wieder und kombinierte bewährte Elemente. Merkmale der sanften Schwünge und der scharfen Mimik kondensierten in einer Form, welche der Künstler als Brücke bezeichnet. Varianten dieses Musters tauchen in seiner Werkgruppe Bridges in verschiedenen Ausprägungen auf: gestreckt, gestaucht, durchlässig oder deckend.
_al_mond basiert auf genau einer Variante des Brückenelementes, welches mittels Nutzung als Druckstock durch verschiedene Anordnungen und Drehungen ein neues Bild erzeugt.

Preise enthalten keine Umsatzsteuer.

(Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.)